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500.000 € Schmerzensgeld ohne immateriellem Vorbehalt
Fall-Nr.: 104614  aus dem Jahr  2018 Geschlecht: weiblich       Geburtsjahr:
Ausgangspunkt der Verletzung: Arzthaftung Mitverschulden: nein
Hauptverletzungen: Geburtsschaden

Nebenverletzungen:

Todesfolge: nein
Anwalt: RA Usebach
Gesamtdauer der Krankheit: k.A. Dauerschaden: ja
Krankenhausaufenthalt: k.A. Minderung der Erwerbsfähigkeit 100,00 %
Arbeitsunfähigkeit: k.A. Geldrente monatlich in Euro: nein
Urteil
Gerichtstyp: BGH Stadt: Karlsruhe
Aktenzeichen Gericht: VI ZR 509/17
Fallbeschreibung: Im konkreten Fall wurde eine werdende Mutter ins Krankenhaus eingeliefert. Die Mutter nimmt den behandelnden Arzt wegen behaupteter ärztlicher Behandlungs- und Aufklärungsfehler im Zusammenhang mit ihrer Geburt auf Ersatz des materiellen und immateriellen Schadens in Anspruch. Die werdende Mutter lag lang in den Wehen, aber der Muttermund öffnete sich nicht. Während der langen Zeit wurde die werdende Mutter vom Arzt nicht über einen Kaiserschnitt aufgeklärt. Plötzlich ging alles ganz schnell, denn der Arzt stellte fest, dass die Herztöne des Kindes abgefallen seien. Der Arzt ordnete einen sofortigen Kaiserschnitt an. Darüber geriet die Mutter in einen Zustand, den sie selbst als Panik beschrieb. Aufgrund der Paniksituation konnte der Kaiserschnitt erst verspätet durchgeführt werden. Das Kind kam schließlich mit einer Hirnschädigung auf die Welt. Das Kind ist in seiner geistigen und körperlichen Entwicklung bis heute schwer geschädigt und praktisch rund um die Uhr betreuungs- und pflegebedürftig. Die Bundesrichter stellten fest, dass die werdende Mutter von dem Geburtsarzt früher über einen möglichen Kaiserschnitt und dessen Notwendigkeit hätte aufgeklärt werden müssen. Da die Mutter erst, nachdem das Kind bereits einen schwachen Herzschlag hatte, aufgeklärt wurde und sodann aufgrund der Gesamtsituation in Panik geriet und sich dadurch der Kaiserschnitt weiter verzögerte, was dazu führte, dass das geborene Kind einen Gehirnschaden erlitt, hat sich der Arzt haftbar gemacht.
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