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35.000 € Schmerzensgeld ohne immateriellem Vorbehalt
Fall-Nr.: 104613  aus dem Jahr  2018 Geschlecht: weiblich       Geburtsjahr:
Ausgangspunkt der Verletzung: Arzthaftung Mitverschulden: nein
Hauptverletzungen: Gesundheitsschaden

Nebenverletzungen:

Todesfolge: nein
Anwalt: RA Usebach
Gesamtdauer der Krankheit: k.A. Dauerschaden: nein
Krankenhausaufenthalt: k.A. Minderung der Erwerbsfähigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit: k.A. Geldrente monatlich in Euro: nein
Urteil
Gerichtstyp: Oberlandesgericht Stadt: Hamm
Aktenzeichen Gericht: 26 U 76/17
Fallbeschreibung: Im konkreten Fall wurde eine Frau nach einer neuen, noch nicht erprobten Operationsmethode behandelt und in der Folge erlitt die Frau schwere Gesundheitsbeeinträchtigungen infolge der Operation. Vor Gericht erstritt die Frau 35.000 € Schmerzensgeld. Die Richter führten aus, dass der operative Eingriff an der Frau rechtswidrig war, denn die Frau wurde fehlerhaft und unzureichend über die möglichen Folgen des neuen Operationsverfahrens aufgeklärt. Die Ärzte hätten nach Auffassung der Richter die Frau explizit darauf hinweisen müssen, dass es sich um ein neues, noch nicht abschließend beurteilbares Verfahren handelt. Der Frau hätten die Ärzte ausdrücklich verdeutlichen müssen, dass auch unbekannte Komplikationen auftreten könnten. Die Frau hätte in die Lage versetzt werden müssen, für sich sorgfältig abzuwägen, ob sie sich nach der herkömmlichen Methode mit bekannten Risiken operieren lassen wolle oder nach der neuen Methode unter Berücksichtigung der in Aussicht gestellten Vorteile und der noch nicht in jeder Hinsicht bekannten Gefahren. Da eine solche Aufklärung durch die Ärzte nicht erfolgt sei, sei die Einwilligung der Frau fehlerhaft und nichtig.
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