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750 € Schmerzensgeld ohne immateriellem Vorbehalt
Fall-Nr.: 104604  aus dem Jahr  2018 Geschlecht: männlich       Geburtsjahr: 1973
Ausgangspunkt der Verletzung: Arzthaftung Mitverschulden: nein
Hauptverletzungen: Zahnschmerzen wegen Übersehens eines abgebrochenen Instruments im Wurzelkanal

Nebenverletzungen: Schmerzen durch Überstopfung der Wurzelkanäle

Todesfolge: nein
Gesamtdauer der Krankheit: 6 Wochen Dauerschaden: nein
Krankenhausaufenthalt: k.A. Minderung der Erwerbsfähigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit: k.A. Geldrente monatlich in Euro: nein
Vergleich (gerichtlich)
Gerichtstyp: Amtsgericht Stadt: Steinfurt
Aktenzeichen Gericht: 21 C 475/16
Fallbeschreibung: Bei unserem Mandanten wurde im zahnärztlichen Notdienst eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt. Beim Einsetzen des Provisoriums wurde unser Mandant von der Zahnärztin aufgefordert, fest zuzubeißen. Beim Zubeißen vernahm unser Mandant ein lautes Geräusch und spürte gleichzeitig einen starken Schmerz. Zudem fühlte unser Mandant eine mechanische Störung. Hierauf wies unser Mandant die Zahnärztin auch mehrmals hin. Gleichwohl entließ diese ihn aus der Behandlung, ohne die Hinweise unseres Mandanten zu beachten. Noch zweimal stellte unser Mandant sich mit starken Schmerzen bei der Zahnärztin vor, die jedoch keine Revision der Wurzelfüllung durchführte. Der Hauszahnarzt unseres Mandanten röntgte die betroffene Region und überwies unseren Mandanten zum Endodontologen, nachdem er auf dem Röntgenbild einen Fremdkörper entdeckt hatte. Bei der endodontologischen Behandlung wurden der Fremdkörper aus dem Wurzelkanal entfernt. Die Wurzelkanäle waren zudem überfüllt, sodass Füllmaterial in den Kiefer ausgetreten war. Die Zahnärztin hat nicht auf die Hinweise unseres Mandanten reagiert. Darüber hinaus hätte sie die von ihr benutzten Instrumente auf deren Unversehrtheit prüfen müssen. Dann hätte sie den Bruch bemerkt und das Fragment direkt entfernen können. Wäre dies nicht möglich gewesen, hätte der betroffene Zahn zumindest beobachtet werden müssen. Die Parteien einigten sich auf 750,00 € Schmerzensgeld und die hälftige Erstattung der unserem Mandanten für die Folgebehandlung entstandenen Kosten.
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