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100.000 € Schmerzensgeld ohne immateriellem Vorbehalt
Fall-Nr.: 104616  aus dem Jahr  2019 Geschlecht: männlich       Geburtsjahr: 2011
Ausgangspunkt der Verletzung: Arzthaftung Mitverschulden: nein
Hauptverletzungen: Schulterdystokie mit oberer und unterer Armplexusparese

Nebenverletzungen:

Todesfolge: nein
Anwalt: RAin Bals
Gesamtdauer der Krankheit: k.A. Dauerschaden: nein
Krankenhausaufenthalt: k.A. Minderung der Erwerbsfähigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit: k.A. Geldrente monatlich in Euro: nein
Vergleich (gerichtlich)
Gerichtstyp: Oberlandesgericht Stadt: Köln
Aktenzeichen Gericht: 25 O 55/15 - 5 U 131/16
Fallbeschreibung: Bei dem jungen Kläger liegt eine ausgeprägte und seltenere Erb´sche Lähmung plus im Sinne einer oberen und unteren Armplexuslähmung vor, von der alle den Plexus brachialis bildenden Nerven betroffen waren. 3 Monate nach der Entbindung erfolgte der Versuch einer Nervenrekonstruktion in Aachen. Hier wurde eine komplette Ruptur (Zerreißung) des Truncus superior und medius (also der Nervenwurzeln C5, C6 und C7) sowie des von den Nervenwurzeln des C8 gebildeten Anteils des Truncus inferior festgestellt. Das Vorliegen einer geburtstraumatischen Verletzung wurden von der Gegenseite bis zuletzt bestritten, da der Eintritt einer Schulterdystokie unter der Geburt (Verkeilung der kindlichen Schulter) nicht dokumentiert war. Die Gegenseite behauptete bis zuletzt, eine angeborene Fehlbildung oder ein Sturz vom Wickeltisch ließen sich nicht ausschließen. Das OLG Köln holte nach Anhörung beider Eltern, die glaubhaft bezeugten, dass es unter der Geburt nach Austritt des kindlichen Köpfchens zu einem sog. "Kristellern" gekommen war, ein weiteres gynäkologisches und anschließend neuropädiatrisches Sachverständigengutachten ein. Anschließend vereinbarten die Parteien eine Streitbeilegung gegen Zahlung einer Abfindung in Höhe von 150.000,00 EUR.
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