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30.000 €  Schmerzensgeld
Fall-Nr.: 102567  aus dem Jahr  2017 Stadt: Berlin
Hauptverletzungen: Harnleiterschaden bei Kaiserschnittentbindung
Anwalt: RAin Bals
Fallbeschreibung: Die Indikationsstellung zur Kaiserschnittentbindung wurde durch Gutachter als verfrüht bewertet. Aufgrund des suspekten CTG-Verlaufs hätte zunächst eine Blutgasanalyse durchgeführt werden müssen. Darüber sei eine mögliche Wirkung der Eröffnung der Fruchtblase nicht hinreichend abgewartet worden. Durch Wehenstimulation habe zudem eine regelmäßige Wehentätigkeit induziert werden müssen. Auch den weiteren Behandlungsverlauf haben Gutachter als fehlerhaft bewertet. Kritisiert wird die fehlende Gabe eines Medikaments zur Entspannung der Gebärmuttermuskulatur sowie die unterlassene Unterstützung der Kindsentwicklung von vaginal. Der Gutachter sah zudem den Versuch einer intraoperativen Harnleiterdarstellung als erforderlich an. Im postoperativen Verlauf wurde trotz extrem angestiegener CRP Werte kein Kreatininwert bestimmt. Eine operationsbedingte Verletzung des Harnleiters hätte bereits intraoperativ und spätestens am Tag nach der Operation erwogen und Maßnahmen zum Ausschluss oder zur Behebung einer Harnleiterverengung eingeleitet werden müssen. Seitens der Gutachterkommission werden die Durchführung der Sectio mit kompliziertem intraoperativem Verlauf einschließlich der Harnleiterverletzung sowie die gesamte urologische Nachbehandlung als Folge des nicht indizierten operativen Eingriffs angesehen. Bis zur Nephrostomie Legung litt die Patientin wiederholt unter Infektionen mit Fieber. Vor der fehlerhaften Behandlung bestanden keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Bereich Urologie/Gynäkologie. Zum Ausgleich für die durch die operative Entbindung und den unmittelbar postoperativen Verlauf erlittenen Schmerzen und die dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die oben dargestellten Einschränkungen wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von 30.000,00 € gezahlt. Der Betrag umfasst auch alle zukünftigen Beeinträchtigungen, soweit diese vorhersehbar sind.

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